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Heilende Wickel bei Bauchschmerzen, Husten, Ohrenschmerzen und Fieber nicht nur für Kinder

Viele Beschwerden können durch verschiedenste Wickelanwendungen gelindert werden – Wickel und auch Kompressen sind preiswerte und natürliche Alternativen, den Gesundungsprozess zu unterstützen und die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte anzuregen.
Wickelmaterial

Ein Wickel besteht in der Regel aus drei Stofflagen:

* einem Innentuch aus Leinen oder Baumwollstoff, das die Größe des zu behandelnden Bereichs hat. Papiertücher, Mullwindeln oder Baumwollsöckchen können ebenso verwendet werden.
* Für das Zwischentuch eignet sich ein saugfähiger Stoff aus Baumwolle, Flanell oder Molton: zum Beispiel ein Taschentuch oder Geschirrhandtuch in einer Größe, die das Innentuch gut überdeckt.
* Das Außentuch bildet den Abschluss und dient dazu, die Temperatur zu halten und das Bett vor Nässe zu schützen. Als Material eignet sich Wolle: ein dicker Schal, eine Mütze, eine Wollsocke oder auch ein großes Handtuch. Zum Befestigen dienen Heftpflaster, Sicherheitsnadeln, Klettbänder oder Mullbinden.

Mittlerweile gibt es fertige Wickelsets im Handel. Achten Sie beim Kauf auf eine hochwertige Qualität. Wickelsets aus Naturmaterialien sind zwar nicht immer ganz billig, doch bewähren sie sich im Laufe der Jahre. Und: Sie sind nicht nur für Kinder geeignet.
Wickel

Bei einem Wickel wird ein Innentuch mit einer therapeutisch wirkenden Substanz bestrichen oder getränkt, um den gesamten betroffenen Körperteil herumgewickelt und mit einem Außentuch vollständig bedeckt. Heilstoffe und ätherische Öle dringen durch die Haut ein, zusammen mit dem Wärmereiz wird das betroffene Organ oder Körperteil besser durchblutet. Mit Kälte wird der Stoffwechselprozess verlangsamt. Diese Reize fördern den Selbstheilungsprozess des Körpers.

Kompressen und Auflagen

Sie bedecken nur einen bestimmten Körperbereich wie den Bauch, die Stirn oder die Augen. Die Wirkungsweise ist identisch mit dem der Wickel.
Wickelzutaten aus Küche und Garten

Mit folgenden Lebensmitteln haben Sie immer Zutaten für einen Erste-Hilfe-Wickel vorrätig:

* Kartoffeln
* Zwiebeln
* Salz
* Essig
* Quark
* Zitronen
* Kamille
* Melissen-, Schafgarben- und Thymiantee

Die Wickeltemperatur spielt zusammen mit den verwendeten Substanzen eine entscheidende Rolle.

Kalte Wickel

Der Heilreiz der Kälte wirkt schmerzlindernd, entspannend, entzündungshemmend, hitzeausleitend und entsprechend sanft fiebersenkend.

Warme Wickel

Warme und heiße Wickel sind krampflösend und durchblutungsfördernd. Wärme lockert die Muskulatur: Sie wirkt deshalb entspannend und beruhigend. Wichtig: keine extremen Temperaturreize bei Kindern wie zum Beispiel Eisbehandlungen. Sie würden den Organismus überfordern und können im Extremfall sogar eine schädigende Wirkung haben.

Tipps für „Wickeleinsteiger“

* Planen Sie genügend Zeit ein. Eine entspannte Situation ist Voraussetzung für den Wickelerfolg.
* Das Kind braucht Ruhe. Kein Fernsehen, keine Radioberieselung oder Geschwisterlärm. Wer krank ist, braucht eine ruhige und behagliche Atmosphäre.
* Beziehen Sie das Kind so weit wie möglich in die Wickelvorbereitungen ein. Erklären Sie ihm, wie der Wickel sich anfühlt und wirkt. An gesunden Tagen können Sie gemeinsam mit ihrem Kind an der Lieblingspuppe verschiedene Wickel üben. So wird das Kind spielerisch auf Wickelanwendungen vorbereitet.
* Alle Materialien und eventuell ein Wickelratgeber sollten griffbereit sein. Dazu ist es ratsam, sich ein Wickelset zusammenzustellen.
* Die Selbstbehandlung mit natürlichen Mitteln setzt eine genaue Diagnose voraus. Sollten Sie sehr unsicher sein oder sich die Beschwerden des Kindes trotz Wickelanwendungen verstärken, gehen Sie lieber zum Kinderarzt.

Beispiele für Wickelanwendungen aus dem Filmbeitrag

Heiße Kartoffelauflage
Anwendung als Brustauflage: eignet sich gut bei Bronchitis, hartnäckigem, quälendem Hustenreiz. Anwendung als Halskompresse: bei Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden. Ausführung: Frisch gekochte Kartoffeln auf der Auflage ausbreiten. Mit einer Gabel zerdrücken. Die vier Seiten des Tuches so einschlagen, das ein Päckchen entsteht.

Wichtig: Da die Kartoffelmasse nach der Zubereitung oft noch sehr heiß ist, überprüfen Sie zunächst die Temperatur mit der Handgelenkinnenseite. Nun legen Sie das Kartoffelpäckchen auf die zu behandelnde Stelle und fixieren das Ganze mit einem Außentuch aus Wolle. Solange die Temperatur als angenehm empfunden wird, sollte der Wickel aufliegen. Danach mindestens eine halbe Stunde ruhen.

Kühle Quarkauflage

Anwendung als Wickel: bei akuten Halsschmerzen mit stark gerötetem Rachenraum. Anwendung als Auflage: bei leichtem Sonnenbrand, Insektenstichen, Neurodermitis, Quetschungen, Verstauchungen und Zerrungen. Ausführung: Speisequark in Zimmertemperatur fingerdick auf ein dünnes Baumwolltuch streichen. Die Seiten darüber schlagen und ein Päckchen bilden. Dieses Quarkpäckchen auf die betroffene Stelle legen. Ein saugfähiges Zwischentuch darüber und mit einem Außentuch befestigen. Den Wickel angelegt lassen, solange der kühlende Effekt angenehm ist. Wird der Wickel oder die Kompresse warm, entfernen Sie das Quarkpäckchen. Bei akuten Krankheitsprozessen können Sie einen Quarkwickel mehrmals am Tag anwenden, ansonsten ein- bis zweimal täglich.

Zwiebelwickel

Anwendung: bei Ohrenschmerzen, beginnender Erkältung mit Fieber und Halsbeschwerden sowie bei Insektenstichen. Schneiden Sie ein bis zwei mittlere Zwiebeln (möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau) in feine Stücke. Für eine Ohrenbehandlung füllen Sie die Zwiebeln in ein Baumwollsäckchen oder in eine dünne Baumwollsocke. Ist dem Kind Wärme lieber, können die Zwiebeln kurz in einem umgedrehten Deckel über Wasserdampf erwärmt werden. Das Zwiebelsäckchen auflegen und mit einer Mütze oder sonstigem Zubehör befestigen. Eine halbe Stunde aufliegen lassen und eventuell ein- bis zweimal wiederholen. Bei Fieber eignen sich Zwiebelwickel an den Fußsohlen.

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